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Das adlige Gut Schulenburg
Das Herrenhaus in Schulenburg wurde 1912 gebaut.
Es trägt Züge des Jugendstils, aber auch neubarocke Elemente.
Seit 1968 beherbergt es das sozialtherapeutische Wohn- und Pflegeheim
"Haus Schulenburg".
Wohnheim im „versteckten
Dorf“
Schulenburg verdankt seinen Namen weder einer Schule
noch einer Burg. Aus dem "versteckten Dorf" wurde im 17.
Jahrhundert ein großes adliges Gut. Erst 100 Jahre später
gab es wirklich eine Schule. Heute beherbergt das Herrenhaus ein
therapeutisches Wohn- und Pflegeheim.
Bei "Schulenburg" denkt man unwillkürlich an eine
Schule, doch damit hat der Name nichts zu tun. Schulendorf hieß
der Ort, bevor er zum Gut wurde, und das "schuulende dorp"
war das sich verbergende, also versteckte Dorf. Es gehörte
bis in die frühe Neuzeit zum Gut Altfresenburg, wurde spätestens
Anfang des 17. Jahrhunderts davon getrennt. Etwa 1550 gelangte Schulendorf
in den Besitz der Familie von Ahlefeldt. Sie sollte es fast 100
Jahre behalten und zu dem alleinigen Gutshof Schulenburg machen,
das ursprüngliche Dorf verschwand im 17. Jahrhundert endgültig.
1641 ging das Gut an die Familie von Plessen, auch sie sollte es
fast 100 Jahre behalten - eine zu jener Zeit eher seltene Besitzerstabilität.

Allee um Schulenburg
Ein kurzes Zwischenspiel gab Johann Freiherr von Pechlin,
der das Gut 1738 erwarb. Er war holsteinischer Diplomat am Hof von
St. Petersburg in einer Zeit, in der Holstein quasi von Russland
aus regiert wurde, da die Herzöge von Holstein-Gottorf zugleich
auf dem Zarenthron saßen. "In dieser dicken und kurzen
Gestalt wohnte ein feiner, gewandter Geist", erinnerte sich
Zarin Katharina II. an Pechlin und überliefert einen Ausspruch
von ihm: "Es hängt vom Fürsten ab, ob er sich mit
der Regierung des Landes befasst oder nicht, wenn er es aber nicht
tut, dann regiert das Land sich selbst, aber es regiert sich schlecht."
An Schulenburg hatte dieser "feine Geist" anscheinend
wenig Interesse, er hielt es nur fünf Jahre. 1763 trat wieder
eine berühmte Familie auf, die das Gut bis in jüngste
Zeit besitzen und vererben sollte: die Grafen von Luckner. Bereits
zwei Jahre zuvor hatte Nicolaus Graf von Luckner das Gut Blumendorf
erworben.
In der Geschichte Schulenburgs taucht dann doch eine Schule auf,
auch wenn sie nicht für den Namen verantwortlich ist: Als Winterschule
im 18. Jahrhundert gegründet gehörte sie zum Gut. Nachdem
die beiden Meierhöfe Krummbek und Hohenholz 1803 abgetrennt
und zu jeweils eigenständigen adligen Gütern geworden
waren, schenkte Luckner die Schule samt Dienstland der damaligen
Gemeinde Schmachthagen. Noch fast 100 Jahre lang hatte der Gutsherr
das Recht, die Lehrer zu berufen, und er machte offensichtlich regen
Gebrauch davon.
Das heutige Herrenhaus wurde erst 1912 errichtet,
nachdem das vorherige, wohl aus der Mitte des 17. Jahrhunderts,
einem Brand zum Opfer gefallen war. Ein überliefertes Foto
des alten Herrenhauses zeigt, dass das neue bewusst ähnlich
gebaut wurde. Es trägt Züge des Jugendstils, aber auch
neubarocke Elemente.
Heute werden die Flächen des Gutes Schulenburg
zusammen mit denen von Rethwischhof und Tralauerholz von Peter Eggers
bewirtschaftet. Das Herrenhaus Schulenburg hat der Besitzer seit
1968, Bernd Reimers, an den Betreiber des sozialtherapeutischen
Wohn- und Pflegeheimes "Haus Schulenburg" verpachtet.
75 Bewohner leben derzeit dort. Gerne halten
sie sich in der großen Diele auf, sitzen auf bequemen Sofas
und blicken auf den gemauerten Kamin mit den zwei Wappenkartuschen
und dem eingeschriebenen Baujahr 1912.
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